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Gerechtigkeit für Lorenz!
Demo in Oldenburg fordert Aufklärung. Gibt es in der Polizei strukturellen Rassismus?
„Gerechtigkeit für Lorenz“ bezieht sich auf die Forderung nach Aufklärung und Konsequenzen nach dem Tod des 21-jährigen Lorenz, der in Oldenburg in der Nacht zu Ostersonntag 2025 von der Polizei erschossen wurde. Die Initiative und die Anwälte der Familie fordern eine vollständige Aufklärung des Falls und kritisieren die Anklage wegen fahrlässiger Tötung als zu mild. Die Staatsanwaltschaft hat den Polizisten wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und argumentiert, dass kein Vorsatz nachweisbar sei. Werkstatt Zukunft berichtet über eine Demo in Oldenburg am 8. November 2025.
Debatten über Polizeigewalt
„Gerechtigkeit für Lorenz“: Es gab bundesweit Demonstrationen, um auf den Fall aufmerksam zu machen und gegen Polizeigewalt zu protestieren. Es werden Rufe nach unabhängigen Untersuchungen und alternativen Ermittlungswegen laut.
In den letzten Jahren gab es immer wieder Debatten darüber, ob Rassismus in der Arbeit der Polizei eine Rolle spielt. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die Polizei in Deutschland Menschen auch aufgrund äußerer Merkmale kontrolliert. Seit zwei Jahren liegt eine Studie vor, die die Praxis der Polizei durch teilnehmende Beobachtung untersucht hat.
Dreieinhalb Jahre lang haben Dr. Astrid Jacobsen, Professorin an der Polizeiakademie Niedersachsen und Dr. Jens Bergmann, Professor an der Polizeiakademie Niedersachsen, die Gefahren für Diskriminierung in polizeilichen Arbeitsprozessen untersucht, davon ein Jahr (2021 und 2022) im Feld. Der Fokus lag dabei nicht auf individuellen Einstellungen oder individuellem Verhalten von Polizeibeamt:innen; es ging also nicht um einzelne Beamt:innen, die sich unangemessen oder rassistisch verhalten oder aus Stress oder Angst fehlerhaft handeln.
Stattdessen hat das Forschungsteam die polizeiliche Praxis analysiert: die alltäglichen Arbeitsgewohnheiten, Routinen und Verfahren. Untersucht wurde, ob bestimmte Verfahren und Routinen im Polizeialltag so ausgestaltet sind, dass das Risiko für eine Benachteiligung von bestimmten Personengruppen steigt.
Der 21-jährige Lorenz war am 20.04.2025 nach einer Auseinandersetzung vor einer Bar geflüchtet und an einer Polizeistreife vorbeigelaufen, wobei er Pfefferspray in deren Richtung gesprüht haben soll. Daraufhin schoss der Polizist. Drei der fünf Kugeln trafen Lorenz in Hinterkopf, Oberkörper und Hüfte. Ein vierter Schuss streifte seinen Oberschenkel. Der Polizist drohte den Einsatz der Schusswaffe nicht an und gab auch keinen Warnschuss ab. Statt Erste Hilfe zu leisten, legte die Polizei dem schwerverletzten Lorenz A. Handschellen an.
Werkstatt Zukunft hat bei der Kundgebung auf dem Oldenburger Schlossplatz und bei dem sich anschließenden Demozug rund um die Innenstadt am 08.11.2025 gedreht und stellt diese Bilder zur Verfügung.

Die Sendereihe
Werkstatt Zukunft produziert monatlich eine TV-Sendereihe, die bei Oldenburg eins und bei weiteren Bürgersendern ausgestrahlt wird. Über unsere Website und unseren YouTube-Kanal sind unsere Videos zeitlich und räumlich unbegrenzt zu sehen.
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Werkstatt Zukunft ist eine Initiative der Zivilgesellschaft im Nordwesten in Zusammenarbeit mit Oldenburg eins und weiteren Bürgersendern, mit Schulen, Kultur- und Bildungseinrichtungen und vielen weiteren Partner:innen.

